|
Reiseziele in den Khangai-Bergen
Der Khangai Gebirgszug zieht sich von der zentralen Mongolei nach
Westen bis zur Grenze. Er verläuft damit nördlich parallel zum Altai.
In den östlichen Ausläufern, welche wir mit unseren Touren vorwiegend
bereisen, geht die Berglandschaft nach und nach in die Steppen der
östlichen Landeshälfte über. Dieses geografische Mischung bringt auf
relativ überschaubarem Raum eine ganze Reihe von interessanten
Landschaften hervor, und führt zu einer grossen Vielfalt in der Flora
und Fauna.
-
Orchon Khurkhree (Wasserfall)
Hier stürzt das Wasser des Flusses Ulaan Gol 25 m über eine Felswand aus
Basalt in ein Becken und fliesst von dort aus in den Orchon.
Der Wasserfall wirkt nach starken Regenfällen natürlich am spektakulärsten,
aber im Interesse einer problemlosen Anfahrt ist eher trockenes Wetter
vorzuziehen.
Das Wasser def Flüsse Ulaan und Orchon ist kalt, aber sehr klar und
problemlos zum Baden geeignet. Dabei muss man allerdings wissen, dass
die meisten Mongolen nicht schwimmen können, und die Überlieferung das
Becken unter dem Wasserfall als "bodenlos" beschreibt. Man sollte sich
vor einheimischem Publikum dabei also zurückhaltend gebärden, und
natürlich auch nur mit einem ordentlichen Badeanzug in's Wasser steigen.
Der Orchon ist sehr fischreich, und lohnt auch einen Angel-Ausflug.
Berichte erwähnen Aale von über einem Meter Länge.
Der Fluss zieht sich nachher über mehr als 1000 km bis an die
Nordgrenze der Mongolei, wo er in den Selenge mündet. Im Yenissey
durchquert das Wasser dann Sibirien bis zum Nordmeer.
-
Chjatruunii Rashaan (Mineralquellen)
Die Mineralquellen von Chjatruun sind nicht mit Fahrzeugen erreichbar.
Eine Fusswanderung oder eine Reittour bringt uns auf ein kleines
Bergplateau, welches in der umliegenden Bewaldung frei liegt.
Die Landschaft hat einen alpinen Charakter, mit Lärchenwäldern,
Granitfelsen, und blühenden Bergwiesen.
Hier treten sowohl heisse wie auch kalte Mineralquellen aus dem Boden.
Vor allem die heisse Quelle wird als heilbringend verehrt.
In einem einfachen kleinen Tempel bringen die gläubigen Buddhisten
ihren Dank für diese Heilkraft dar.
Verschiedenen Bereichen der Quelle werden unterschiedliche Heilwirkungen
zugeschrieben. Eine Reihe von kleinen Bade-Hütten, einige in
Bruchsteinen gemauert, andere aus Holzstämmen gefügt, erlauben jedem
Besucher ein ungestörtes Bad zur Linderung seiner spezifischen Leiden.
Weitere Infrastruktur gibt es hier keine, Lebensmittel und sonstige
Ausrüstung müssen die Besucher also selber mitbringen (und natürlich
auch ihre Abfälle anschliessend wieder abtransportieren). Wer hier im
Zelt übernachten will, sollte sich auf das Heulen von Wölfen in den
umliegenden Wäldern einstellen. Um Menschen mit der
dazugehörigen Geräuschkulisse machen die scheuen Tiere aber meistens
einen Bogen. Menschen haben von ihnen ohnehin nichts zu befürchten, ganz
anders als umgekehrt.
-
Hustain Nuruu (Wildpferde)
Rund um den Hustain Nuruu ("Birkenberg") liegt der Hustai Nationalpark.
In diesem Park läuft sein 1992 ein bisher sehr erfolgreiches Projekt,
um die ursprünglichen Wildpferde der Mongolei ("Przewalski-Pferde",
mongolisch: "Takhi") wieder heimisch zu machen. Diese Tiere waren in den
sechziger Jahren aus der freien Wildbahn verschwunden, und mussten aus
Restbeständen in Gefangenschaft wieder nachgezüchtet werden.
Das Projekt war nicht nur eine züchterische und organisatorische
Herausforderung. Für die Mongolen hat es auch eine sehr grosse
symbolische Bedeutung. Pferde stehen allgemein für Freiheit und
Unabhängigkeit, und haben diese in der Geschichte auch erst
möglich gemacht. Die neue Etablierung einer wilden Art, welche schon zu
Dschinghis Kahn's Zeiten frei durch die Steppen galoppierte, ist eine
Quelle grossen nationalen Stolzes.
In historischen Zeiten war diese Gegend
als Jagdrevier für Chingis Khan reserviert.
Der Park besteht vorwiegend aus hügeliger Steppenlandschaft, mit
eingestreuten Gruppen von Birken und Espen. Neben den Pferden leben hier
Hirsche, Gazellen und Wölfe.
Das Ger-Camp liegt in der Nähe einer
Wasserstelle am Tuul-Fluss, wo sich häufig die Wildpferde am
Abend zum trinken einstellen, und sich dann sehr gut fotografieren lassen.
An der gleichen Stelle kann man natürlich auch viele andere wilde Tiere
beobachten.
|